Myanmar

Myanmar, in Deutschland eher bekannt unter dem Namen Burma oder Birma, ist ein Land von auffallender Schönheit. Der Wechsel von Primärbewaldung, Sumpfgebieten, Hochlandebenen mit Erhebungen bis fast 6000 Metern oder die abgesunkene Gebirgslandschaft vor der malaiischen Halbinsel mit 800 noch fast unberührten Inseln prägen die Landschaft Myanmars. Die überall im größtenteils buddhistischen Land anzufindenden, bei Nacht golden schimmernden Pagoden haben Myanmar auch den Beinamen „Das goldene Land“ eingebracht. Der Staat liegt in Südostasien am Golf von Bengalen und ist umgeben von den Nachbarn Bangladesch, Indien, Laos, Thailand und China. Mit ca. 677.000 Quadratkilometer ist es etwa so groß wie Frankreich und zählt ca. 52 Millionen Einwohner. Beeindruckende Bauwerke wie z. B. die vergoldete Shwedagon-Stupa, die kulturelle Vielfalt, die Offenheit und besonders die Gastfreundlichkeit der Myanmarer sind weitere Kennzeichen dieses faszinierenden Landes.

Myanmar blickt auf eine turbulente Geschichte zurück. Im 19. Jahrhundert fiel das Land nach mehreren Kriegen unter britische Herrschaft und wurde am 1. Januar 1886 Teil von Britisch-Indien. Auf die im Jahr 1948 erlangte Unabhängigkeit folgte nur eine kurze Phase der Demokratie. 1962 übernahm das Militär die Macht und schottete Myanmar bis Anfang der 2000er Jahre fast vollständig von der Welt ab. Darüber hinaus ist das Land seit den 1950er Jahren bis heute von internen gewaltsamen Konflikten durchzogen. Dies hat zur Folge, dass es in Myanmar eine hohe Zahl von Binnenvertriebenen gibt und große Teile des Staates seit Jahrzehnten nur kurze Phasen des Friedens kennen. Das einst reiche und blühende Land gehört heute zu den ärmsten Ländern der Welt. Über 25% der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Der wirtschaftliche Schwerpunkt Myanmars liegt heute im Handel mit Bodenschätzen. Hierzu zählen vor allem Edelsteine, Erdgas und Erdöl. Einer der engsten Wirtschaftspartner ist China. Mit der Öffnung des Landes gewinnt seit 2012 auch der Tourismus zunehmend an Bedeutung. Einen nicht verifizierten Wert bildet die Schattenwirtschaft. Als Teil des Goldenen Dreiecks nimmt Myanmar bei der Produktion von Schlafmohn, Opiaten und Amphetaminen weltweit eine Spitzenposition ein. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang auch die Korruption. Transparency International bescheinigte Myanmar 2019 den Platz 130 von 180 untersuchten Ländern.

Die Kultur Myanmars

Myanmar hat eine tief verwurzelte Kultur der Gastfreundschaft und Offenheit – die meisten Menschen, die Myanmar besuchen, sind beeindruckt von der herzlichen, gastfreundlichen und hilfsbereiten Art der Einheimischen. In kaum einem anderen Land in Südostasien ist der Buddhismus so tief verwurzelt wie in Myanmar und Religion spielt eine wichtige und tragende Rolle. Mönche und Nonnen, von denen es Hunderttausende gibt, nehmen einen verehrten Platz in der Gesellschaft ein und es gibt unzählige Pagoden und Klöster im ganzen Land. Für viele Besucher am beeindruckendsten ist sicherlich die Shwedagon Pagode in Yangon. Sie gilt als Wahrzeichen des Landes und ihren vergoldeten Stupa überragt die Hauptstadt majestätisch.

Außerhalb der Zentralmyanmars, insbesondere in Teilen der Kachin-, Karen- und Chin-Staaten, wird das Christentum praktiziert. Amerikanische Missionare spielten im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert eine große Rolle bei der Bekehrung ehemals animistischer Einheimischer, und Elemente des Animismus sind nach wie vor Teil dieser Kulturen. Auch der Islam und Hinduismus sind fester Bestandteil der myanmarischen Gesellschaft. Vor allem in Yangon kann man die kulturelle Vielfalt des Landes bestaunen- reihen sich hier doch Kirchen, Tempel und Pagoden aneinander.
Islam and Hinduism are also practiced in Myanmar, and temples can be found around the country – most notably in Yangon.

de_DEGerman
en_USEnglish de_DEGerman